Er ist seines weins so milt / als sanct Leonhart seines eisens / der gibts keinem / man stel jms dann.

Lari sacrificare.

[105] Es gibt alles gern auch an jhm dann die hend. Er sihet gern tantzen / aber mit den zänen nit. Er tregt ein wie ein Bin. Er ist seines gůts knecht. Sie essen auß der faust. Ein reicher vnd geitziger ist Salomons Esel. Er ist der meuler stieffuatter. So saw so / friß gar auß. Es kündt einer ein hůn nit bei jm neeren. Es ist böß nachähern / wo er geschnitten hat. Er neme es Gott vom Altar. Er gebe Gott vnd all seinn heyligen nit einn heller. Wann einer etwas nach jm findet / so ists nit sünd das selbige auffzuhebē. Laßt er aber etwas über / oder gewinnestu etwas an jm / so stricks an die hosen. Ein kost freier gsell / gelt einzunemen. Er gibt gern seinem maul / wann jn hungert. Er dörfft eim nit zůsehen / biß er jm gnůg esse.[105] Es selt jm ein blůtstropff vom hertzen / so offt er einn heller außgibt / so offt mann zum maul fert. Das sein ist nicht sein / er sparets eim andern. Sein gůt heyßt jn nit hert. Sein gelt vnnd sein weib seind sein meyster / wie siben hund eins hasens. Sihe wol reich ist die hold selige Teutsche spraach wider die geltsüchtigen geitzwürm /die nimmer satt / allzeit die zwo töchter / bring her /trag her / vor sich haben / vnn wie die eglen oder zecken an iederman sitzen / damit sie aller welt schweyß vnnd blůt in sich saugen / vnd ein hauß / gůt / vnd acker ans ander kauffen / biß sie nit weiter mögen /Darumm sich die Propheten hefftig klagen / Esaie 5. Mich. 2. 3. 6. 7. Ezech. 22. Hie. 6. 3.

Quelle:
Egenolff, Christian: Sprichwörter / Schöne / Weise Klugredenn. Darinnen Teutscher vnd anderer Spraach-en Höfflichkeit [...] In Etliche Tausent zusamen bracht, Frankfurt/Main 1552. [Nachdruck Berlin 1968], S. 105-106.
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